Landgericht Bonn:  Aktuelle Pressemitteilung

 

Aktuelle Pressemitteilung

Bonn, den 13.09.2016

Anmeldeverfahren und weitere Hinweise für das Strafverfahren gegen einen Vater, der seine Kinder in Tötungsabsicht aus dem Fenster geworfen haben soll

Die 8. Große Strafkammer als Jugendschutzkammer verhandelt ab Dienstag, dem 20.09.2016, 11:00 Uhr, in Saal W 1.13, gegen den angeklagten syrischen Flüchtling wegen des Verdachts des versuchten Mordes (§§ 211, 22, 23 StGB) an seinen drei Kindern. Zudem wird dem Mann eine gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB) zum Nachteil seiner Ehefrau zur Last gelegt.

Dem 36-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, seine drei Kinder im Alter von 1 (Tochter), 5 (Sohn) und 7 (Tochter) Jahren am 01.02.2016 in einer als Flüchtlingsunterkunft dienenden, im 1. Stockwerk gelegenen Wohnung in Lohmar in Tötungsabsicht aus dem Fenster geworfen zu haben. Die beiden jüngeren Kinder soll er nacheinander aus dem Badezimmerfenster und das älteste Kind anschließend aus dem Küchenfenster geworfen haben. Die beiden älteren Kinder sollen dabei schwere Verletzungen – u.a. Schädeldachfrakturen und weitere Frakturen – erlitten haben. Die jüngste Tochter soll auf den zuvor aus dem Badezimmerfenster geworfenen Sohn aufgekommen sein und Prellungen sowie ein Hämatom an der Leber erlitten haben. Motiv für die Tat soll laut Anklage gewesen sein, dass der Angeklagte nicht damit einverstanden war, dass seine Ehefrau in Deutschland nicht mehr das aus der Heimat gewohnte Rollenverständnis akzeptieren und sich nicht mehr von ihm alles gefallen lassen wollte. Zu diesem Thema soll es Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten gegeben haben, unter anderem auch am Nachmittag des 04.01.2016. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, bei dieser Gelegenheit seiner Ehefrau einen Kochtopf ins Gesicht geschlagen zu haben (Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung). Auch vor dem Tatgeschehen am 01.02.2016 soll es zwischen den Eheleuten zum Streit gekommen sein, in dessen Folge sich die Ehefrau zunächst mit Kopfschmerzen zurückgezogen haben soll und der Angeklagte dann die geschilderten Taten begangen haben soll.

Die Verhandlung vor der 8. Großen Strafkammer des Landgerichts Bonn soll an weiteren 6 Verhandlungstagen bis zum 12.10.2016 fortgesetzt werden.

Pressevertreter, die über die am 20.09.2016 beginnende Hauptverhandlung berichten möchten, werden gebeten, sich

bis Freitag, 16.09.2016, 14:00 Uhr,

bei dem stellvertretenden Pressedezernenten des Landgerichts Bonn Herrn Vorsitzenden Richter am Landgericht Dr. Stollenwerk per E-Mail (thomas.stollenwerk@lg-bonn.nrw.de) anzumelden. Anzugeben sind der Name, Vorname sowie der Arbeit-/Auftraggeber.

Der Kammervorsitzende hat für den ersten Verhandlungstag (20.09.2016) die Anfertigung von Bild- und Tonaufnahmen im Saal ab 20 Minuten vor Verhandlungsbeginn gestattet. Das Gesicht des Angeklagten ist unkenntlich zu machen, so dass ein Wiedererkennen ausgeschlossen ist. Nach dem Einzug der Kammer sind die Aufnahmen auf Anordnung des Vorsitzenden unverzüglich einzustellen. Aufnahmegeräte sind danach aus dem Saal zu schaffen. Interviews mit Verfahrensbeteiligten oder Aufnahmen nach Sitzungsbeginn sind weder im Saal noch in dem unmittelbar daran angrenzenden Eingangsbereich gestattet.

In dem insgesamt ca. 60 Sitzplätze umfassenden Saal S 0.15 können bis zu 10 Sitzplätze für Pressevertreter vorgesehen werden. Diese werden erst am Sitzungstag unter Vorlage eines Presseausweises nach dem Prioritätsprinzip vergeben. Durch die Anmeldung bei der Pressestelle entsteht kein Anspruch auf einen Sitzplatz.

Aktenzeichen: 28 KLs 7/16 – Landgericht Bonn (930 Js 106/16 – Staatsanwaltschaft Bonn)

Bastian Sczech

Dezernent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

 

 


 

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